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  • Jubiläum in Deutschland: 100 Jahre Frauenwahlrecht!

    Jubiläum: 100 Jahre Frauenwahlrecht!

    2018 feierte Deutschland ein wichtiges Jubiläum: 100 Jahre Frauenwahlrecht!

    Lange war es Frauen in Deutschland verwehrt, an Wahlen teilzunehmen. Und nicht nur hier. In beinahe allen Ländern der Welt, wurde Frauen nicht zugestanden, Politik zu verstehen und eine eigene Meinung haben zu können. Als Totschlagargument gegen ein Frauenwahlrecht wurde immer wieder auf die natürliche Ordnung, Bestimmung und Rolle der Frau gepocht.

    Hintergrund dieser “Argumentation” war aber doch vielmehr, dass die Männer in der Politik einen Wandel befürchteten. Also erfand man Gründe. Etwa, dass Frauen aufgrund ihrer gesellschaftlichen Stellung und sozialen Rolle nicht unabhängig urteilen könnten. Oder, dass ein Frauenwahlrecht Streitereien und Unruhen innerhalb der Familie verursachen könnte.

    Um sich kompromissbereit zu zeigen, wurden darum Mittellösungen geschaffen. In Skandinavien und Großbritannien erhielten zunächst Junggesellinnen und Witwen ein Wahlrecht auf kommunaler Ebene. Italien, Belgien und Bulgarien hingegen zuerst den Ehefrauen, weil sie für die Mächtigen “wichtiger” waren, als kinderlose, unverheiratete Frauen. In Griechenland hingegen wurde nur Frauen das Wahlrecht zugestanden, die eine Schulbildung nachweisen konnten. Andernorts war das Wahlrecht an ein Mindest- und Höchstalter der Frau gebunden. Dort durften dann nur Frauen zwischen 30 und 40 Jahren wählen. Wieder woanders war der Berufsstand ausschlaggebend. So war Sexarbeiterinnen in Österreich, Italien und Spanien das Wahlrecht weiterhin verwehrt.

    Der lange Kampf ums Frauenwahlrecht

    Mutige Frauen setzten sich bereits vor vielen Jahrhunderten hartnäckig dafür ein, geltendes Recht zu ändern, um eine Gleichstellung zwischen Frau und Mann zu erzielen. Rädelsführerin um den feministischen Kampf um das Frauenwahlrecht war die Französin Olympe de Gouges, die am Ende des 18. Jahrhunderts hingerichtet wurde. Doch ihr Kampfgeist war längst auf Anhängerinnen und Frauen in ganz Europa übergegangen.

    Das erste Land, das ein vollumfängliches Frauenwahlrecht einführte war die Insel Pitcairn im Südpazifik. Die britische Kronkolonie erlaubte es Frauen im Jahr 1838 erstmals, sich an Wahlen zu beteiligen.

    In Europa waren es die Finnen, die Frauen als erste Nation des Kontinents ein nachhaltiges Wahlrecht zugestanden. Und nicht nur in Sachen Frauenwahlrecht hatte und hat Finnland die Nase vorn. Mit der Einführung einer Wahlbeteiligung für Frauen 1906 ging außerdem deren Recht einher, sich auch für politische Ämter wählen lassen zu können. Und Finnlands Bemühen um Gleichberechtigung hält bis in die Neuzeit an. Heute zählt das skandinavische Land als eines der führenden im Kampf um die Schließung der Gender Pay Gap.

    In den folgenden Jahrzehnten zogen Norwegen (1913), Dänemark (1915) und Russland (1917) nach und gewährten Frauen das Recht an politischer Partizipation. Im Jahre 1918 entschlossen sich endlich auch das Vereinigte Königreich, Polen, Österreich und eben Deutschland dazu, das Frauenwahlrecht einzuführen.

    Das Recht für Frauen zu wählen und gewählt zu werden

    Über viele Jahre und Jahrzehnte arbeiteten kampfeslustige Frauen daran, das Wahlgesetz zu ändern und so auch Frauen eine Stimme bei den Wahlen zukommen zu lassen. Zu dieser Zeit hatten Frauen noch kaum eigene Rechte. Sie waren vollständig von ihren Männern abhängig. Viele von uns können sich dies kaum mehr vorstellen, da sich für Frauen in den letzten Jahrzehnten vieles in Deutschland zum Positiven verändert hat.

    Den ersten Gang zur Urne konnten Frauen in Deutschland im Januar 1919 bei der Wahl zur Deutschen Nationalversammlung machen. Knapp zwei Monate nachdem ihnen die Reichsregierung – mit den Worten: “Alle Wahlen zu öffentlichen Körperschaften sind fortan nach dem gleichen, geheimen, direkten, allgemeinen Wahlrecht auf Grund des proportionalen Wahlsystems für alle mindestens 20 Jahre alten männlichen und weiblichen Personen zu vollziehen.” – ihr Recht zu wählen und gewählt zu werden gesetzlich zugesichert hatte.

    Die Hartnäckigkeit unerschrockener Vorkämpferinnen wie Hedwig Dohm, Anita Augspurg, Minna Cauer, Lida Heymann und Clara Zetkin war endlich von Erfolg gekrönt: Am 30.11.1918 wurde das Reichswahlgesetz in Deutschland um das aktive und passive Wahlrecht für Frauen ergänzt.

    Und die deutschen Frauen nutzen ihre Chance! Bei der ersten reichsweiten Wahl, an der sie sich beteiligen durften, ließen sich direkt 300 Frauen für politische Ämter zur Wahl aufstellen. 37 von ihnen wurden in die verfassungsgebende Deutsche Nationalversammlung gewählt.

    Zwar war der Anteil der gewählten Frauen unter den insgesamt 423 Abgeordneten noch sehr klein, aber es war ein wichtiger Anfang. Seither hat sich das Zahlenverhältnis zwischen Männern und Frauen in den Parlamenten stetig verbessert. Und doch liegen wir heute immer noch bei einem Frauenanteil von nur 31% im Deutschen Bundestag. (Quelle: Landeszentrale für politische Bildung)

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    Status Quo in Deutschland nach 100 Jahren Frauenwahlrecht

    Nicht nur im Parlament klafft noch immer eine große Lücke zwischen dem Anteil an weiblichen und männlichen Volksvertretern. Auch in vielen Chefetagen finden sich wenige Frauen. Beim Blick auf den Frauenanteil in den Aufsichtsräten der 200 größten Unternehmen in Deutschland im Jahr 2017 wird schnell klar, dass hier noch deutlicher Handlungsbedarf besteht. 2017 waren lediglich 24,6% der Personen in den Aufsichtsräten Frauen (Quelle: Statista).

    Auch die Finanzbranche ist immer noch in vielen Teilen von Männern dominiert. Das Handelsblatt hat Anfang 2018 dazu eine Studie veröffentlicht, die zeigt, dass Frauen in den Chefetagen großer Banken und Versicherungen leider immer noch unterrepräsentiert sind. Das gilt für die Börse umso mehr. Bis heute sind es viel mehr Männer, die sich trauen, ihr Geld an der Börse anzulegen.

    Die Gründe dafür, dass viele Frauen vor der Börse zurückschrecken, sind vielfältig. Neben einem sehr hohen Sicherheitsbewusstsein und weniger Risikofreude ist ein wesentlicher Aspekt sicherlich auch, dass viele Frauen bisher noch keinen leichten Zugang zur Finanzwelt gefunden haben. Neben einem Vollzeitberuf und der Familie bleibt häufig wenig Zeit, sich mit Finanzen und Versicherungen zu beschäftigen.

    FinMarie will genau hier etwas verändern: Frauen darin bestärken, um ihre finanzielle Unabhängigkeit und Gleichberechtigung zu kämpfen. Mit einem kostenlosen Beratungsgespräch hast du den ersten Schritt schon gemacht. Vereinbare gleich einen Termin mit uns:

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