Hinweise zu Risiken der Anlage

 

Bei einem offenen Investmentfonds handelt es sich um eine Art der Kapitalanlage, die – wie auch andere Wertpapiere – mit Risiken verbunden ist. Dabei gilt allgemein der Grundsatz, dass mit den Chancen auch die Risiken steigen, d.h. je größer die Renditechancen eines Investmentfonds sind, desto höher sind auch die Risiken, mit der Investition Verluste zu erleiden.

Spezielle Risiken von Exchange Traded Funds
Exchange Traded Funds („ETFs“) sind börsengehandelte offene Investmentfonds, die die Wertentwicklung eines Index – wie beispielsweise des DAX – nachbilden. Sie werden auch als passive Indexfonds bezeichnet. Im Gegensatz zu aktiven Anlagestrategien, die durch die Auswahl einzelner Wertpapiere („Stockpicking“) und Bestimmung günstiger Zeitpunkte für Ein- und Ausstieg („Market-Timing“) eine Überrendite („Outperformance“) gegenüber einem Vergleichsindex („Benchmark“) erzielen wollen, ist eine passive Anlagestrategie darauf ausgerichtet, einen Vergleichsindex nicht zu übertreffen, sondern diesen bei möglichst geringen Kosten nachzubilden. Folgende spezielle Risiken gibt es bei ETFs:

Kursrisiko:
Da ETFs einen zugrundeliegenden Index passiv nachbilden und nicht aktiv verwaltet werden, tragen sie generell die Basisrisiken der zugrundeliegenden Indizes. ETFs schwanken somit direkt proportional mit ihrem Basiswert. Das Risiko-Rendite-Profil von ETFs und ihrer zugrundeliegenden Indizes sind daher sehr ähnlich. Fällt der DAX z. B. um 10 %, so wird der Kurs eines den DAX abbildenden ETFs ebenfalls um rund 10 % fallen.

Risikokonzentration:
Das Anlegerisiko steigt mit einer zunehmenden Spezialisierung eines ETF etwa auf eine gewisse Region, Branche oder Währung. Dieses erhöhte Risiko kann jedoch auch erhöhte Ertragschancen mit sich bringen.

Replikationsrisiko:
ETFs unterliegen zudem einem Replikationsrisiko, d.h. es kann zu Abweichungen zwischen dem Wert des Index und des ETFs kommen („Tracking-Error“). Dieser Tracking-Error kann über den durch die ETF-Gebühren bedingten Unterschied in der Wertentwicklung hinausgehen. Eine solche Abweichung kann z.B. durch Barbestände, Neugewichtungen, Kapitalmaßnahmen, Dividendenzahlungen oder die steuerliche Behandlung von Dividenden verursacht werden.

Kontrahentenrisiko:
Darüber hinaus existiert bei synthetisch replizierenden ETFs ein Kontrahentenrisiko. Sollte ein Swapkontrahent seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen, kann es zu Verlusten für den Anleger kommen.

Risiko der Übertragung oder Kündigung des Sondervermögens:
Unter gewissen Voraussetzungen ist sowohl die Übertragung des Sondervermögens auf ein anderes Sondervermögen als auch die Kündigung der Verwaltung durch die Kapitalverwaltungsgesellschaft möglich. Im Falle der Übertragung kann die fortgesetzte Verwaltung zu schlechteren Konditionen stattfinden. Im Falle der Kündigung besteht das Risiko (zukünftiger) entgangener Gewinne.

Außerbörslicher Handel:
Wenn ETFs und deren zugrundeliegende Komponenten an unterschiedlichen Börsen mit abweichenden Handelszeiten gehandelt werden, besteht das Risiko, dass Geschäfte in diesen ETFs außerhalb der Handelszeiten der jeweiligen Komponenten durchgeführt werden. Dies kann zu einer Abweichung in der Wertentwicklung gegenüber dem zugrundeliegenden Index führen.

Wertpapierleihe:
Ein Investmentfonds kann zur Renditeoptimierung Wertpapierleihegeschäfte eingehen. Kann ein Entleiher seiner Verpflichtung zur Rückgabe nicht nachkommen und hat die gestellte Sicherheit an Wert verloren, so drohen dem Investmentfonds Verluste.

Allgemeine Risiken von offenen Investmentfonds

Marktrisiko:
Da das Investmentvermögen in Finanzinstrumenten angelegt ist, wird der Wert Ihrer Investmentfondsanteile maßgeblich von der von der Konjunkturentwicklung und den Entwicklungen an den Kapitalmärkten beeinflusst. Auch eine breite Streuung des Investmentvermögens kann daher nicht verhindern, dass eine nachteilige Markentwicklung zu einem Wertrückgang und somit zu Vermögensverlusten führt.

Volatilität:
Anteile an offenen Investmentfonds können im Normalfall börsentäglich zum jeweils gültigen Anteilswert zurückgegeben werden. Der Anteilswert ist dabei Schwankungen unterworfen. Die Stärke und Häufigkeit dieser Schwankungen wird als Volatilität bezeichnet und anhand verschiedener historischer Kennziffern berechnet. Insbesondere bei einem kurzfristigen Anlagehorizont besteht daher bei einer hohen Volatilität ein erhöhtes Verlustrisiko, weil Wertverluste nicht mehr „ausgesessen“ werden können. Investmentfonds mit hohem Aktienanteil sind im Allgemeinen volatiler als Investmentfonds mit hohem Rentenanteil.

Risikokonzentration:
Die Chancen und damit spiegelbildlich auch die Risiken eines Investmentfonds steigen mit einer zunehmenden Spezialisierung auf bestimmte Anlageschwerpunkte (z.B. auf Regionen, Branchen oder Währungen), weil hierdurch der Streuungseffekt abgeschwächt wird.

Risiken durch Derivate:
Investmentfonds können in Derivate investieren (z.B. Optionen, Finanzterminkontrakte, Swaps). Mit dem Einsatz von Derivaten können Risiken verbunden sein, die über die Risiken anderer Finanzinstrumente hinausgehen.

Aussetzungsrisiko:
Die Vertragsbedingungen des Investmentfonds können vorsehen, dass die Fondsgesellschaft in bestimmten Ausnahmesituationen die Rücknahme der Fondsanteile bis maximal zweieinhalb Jahre aussetzen kann. Während des Aussetzungszeitraums können die Fondsanteile daher nicht zurückgegeben werden, bei einem Verkauf über die Börse, sofern überhaupt möglich, müssen erhebliche Abschläge zum eigentlichen Anteilswert einkalkuliert werden. Weiter kann es im infolge der Aussetzung sogar zu einer Liquidation des Fondsvermögens kommen, welche in der Regel mit Vermögensverlusten für den Anleger verbunden ist.

Steuerliche Risiken:
Aus Investmentfonds erzielte Erträge sind für den Anleger einkommenssteuerpflichtig. Veränderungen der steuerlichen Rahmenbedingungen für Kapitalerträge können zu einer Änderung der Steuerlast führen.